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Radioballett am Alexanderplatz

ver.di Jugend macht mit spektakulärer Aktion auf die problematische Situation der Generation „prekär“ aufmerksam

Berlin, Freitag, 13. Mai 2011. Rund 200 Aktive der ver.di Jugend besetzten am Freitag Mittag den  Berliner Alexanderplatz. Mit einem Radioballett machten sie das Lebensgefühl prekär Beschäftigter auf spektakuläre Weise erfahrbar. Die Aktionsform der Hamburger Künstlergruppe Ligna setzt auf bewusste Irritationen im öffentlichen Raum. Damit lenkt die ver.di Jugend die Aufmerksamkeit auf die Zunahme unsicherer Arbeitsverhältnisse in der jungen Generation.

Die synchronen Bewegungen im öffentlichen Raum führten bei den Passanten zu eindrücklichen Irritationen. Scheinbar unvermittelt begannen die Aktivisten sich gegenseitig als Sozialschmarotzer zu beschimpfen. Sie erhielten dazu Handlungsanleitungen über tragbare Radios mit Kopfhörern. Unterstützt durch dramaturgisch ausgewählte Musik leitete ein Moderator die Choreografie an. Das Radioballett endete mit dem drastischen Bild erschossener Menschen. Die Aktiven lagen mit einheitlichen T-Shirts mit brutalen Einschusslöchern am Boden. Daneben war zu lesen: „Vom Sparpaket getroffen“.

„Die Politik der Bundesregierung wälzt die Kosten der Krise auf die Jugend ab.“, kritisiert Ringo Bischoff, ver.di-Bundesjugendsekretär. „Junge Menschen sind bereits heute überdurchschnittlich von unsicherer Beschäftigung betroffen. Das Sparpaket erhöht den Druck auf Berufseinsteiger nochmals, indem vor allem bei Erwerbslosen und jungen Familien gekürzt wurde Bei den Unter-30-Jährigen haben atypische Beschäftigungsformen einen überdurchschnittlich hohen Anteil. Erwerbstätige bis 24 Jahre arbeiten sogar zu über 50 Prozent in befristeten Anstellungen, in Leiharbeit oder gehen einer ABM/SAM-Maßnahmen nach.

„Während die Exportwirtschaft wieder brummt und die Bundesagentur Erfolgsmeldungen vom Arbeitsmarkt vermeldet, lebt eine ganze Generation in zunehmender Unsicherheit. Befristete Beschäftigung, Leiharbeit, Teilzeit- und Minijobs prägen das Lebensgefühl der jungen Menschen hierzulande“, so  Bischoff. Der aktuelle Deutschlandtrend der ARD bestätigt die Einschätzung des jungen Gewerkschafters: 69 Prozent der Bevölkerung spüren nichts vom aktuellen Wirtschaftsaufschwung.

Mit der Aktion am Alexanderplatz beginnt heute die dritte Bundesjugendkonferenz der ver.di Jugend. Neben der Wahl des Vorstandes legen fast 200 Delegierte aus allen Bundesländern die Ziele der Gewerkschaftsjugend für die kommenden vier Jahre fest. Dabei wird das Thema prekärer Beschäftigung künftig eine zentrale Rolle spielen. Die ver.di Jugend möchte künftig verstärkt junge Beschäftigte in unorganisierten Betrieben ansprechen.

Interviews und weitere Informationen unter:

Ringo Bischoff
Bundesjugendsekretär ver.di

Paula-Thiele-Ufer 10
D-10179 Berlin

Mobil: +49 (0) 171 204 01 71
Fon: +49 (0) 30 69 56 23 50
ringo.bischoff@verdi.de

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