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Ausbildungsplätze oder Übernahme?

Aktion für Übernahme

Gegenüber 2010 meldet die Bundesagentur für Arbeit im April 45.000 mehr betriebliche Ausbildungsplätze. Ein Grund sei, dass viele Unternehmen in ihren Fachkräftenachwuchs investieren wollten. Doch gegen den Fachkräftemangel genügt es nicht, junge Leute nur auszubilden. Die Unternehmen müssen ihre Azubis danach auch übernehmen.

Ausbildung und Übernahme gehören zusammen. Das ist eine alte Forderung der ver.di Jugend. Und dabei soll es auch bleiben. In vielen Tarifauseinandersetzungen spielen die Arbeitgeber jedoch beide Forderungen gegeneinander aus: Wenn wir die Übernahme verbindlich zusagen, können wir weniger Ausbildungsplätze anbieten. Oft fiel dann eine tarifliche Übernahmeregelung hinten runter, um die Anzahl der Ausbildungsplätze zu halten oder auszubauen.

Das will ein Antrag ändern. Die Tarifkommissionen sollen die Übernahmeforderung nicht mehr so einfach aufgeben. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels macht das scheinbare Totschlagargument der Arbeitgeber immer weniger Sinn. Die geburtenstarken Jahrgänge kommen ins Rentenalter. Somit steigen die Abgänge in den Ruhestand. Bei gleichbleibender Belegschaftsgröße gibt es keinen vernünftigen Grund, die Übernahme zu verweigern.

Eine befristete Übernahme ist zwar nicht unser Ziel, würde vielen Betroffenen aber schon wesentlich bessere Perspektiven eröffnen. Denn ganz ohne Berufserfahrung wartet auf die gut ausgebildeten jungen Menschen meist nur prekäre Beschäftigung. Das kann es nicht sein. Darum: Ausbildungsplätze UND Übernahme gleichermaßen fordern und mit vielen aktiven Gewerkschaftsmitglieder auch durchsetzen!

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